Schon bald nach Weihnachten taucht die Fastenwähe in den Basler Bäckereien auf. Das traditionelle Gebäck, dessen Ursprung bis weit ins Mittelalter reicht, ist jenseits des Juras unbekannt und braucht bei seiner Herstellung viel Wissen, Können und Erfahrung (Zutaten, Mischung, Gärung, Backzeit und Ofentemperatur). Der Energiewert beträgt bei 100g Fastenwähe 387 Kalorien und trotzdem heisst das Gebäck, das sich hinter diesen Angaben versteckt, „Fastenwähen“.
Fastenwähen sind seit über 400 Jahren beliebt! Dr. h.c. Max Währen, der als Basler in Bern lebte, hat einen Berner gefunden hat, der die Fastenwähen herzustellen weiss. Beck Glatz Confiseur kam 1864 von Basel nach Bern. Seit fünf Generationen (über 145 Jahren) setzt Glatz das Bäcker – Konditor – Confiseur Handwerk, sowie die Café - Tradition in Bewegung.
„Mit dem Sonnenrad hat die Fastenwähe entgegen anders lautenden Behauptungen nichts zu tun“, sagt Dr. Max Währen, der sich seit vielen Jahren mit Brot- und Gebäckforschung beschäftigt. „Der Ursprung des traditionellen Gebäcks geht aber weit ins Mittelalter zurück. Die Verbindung zur christlichen Fastenzeit ist erwiesen“.
Dr. Max Währen schlägt in seiner Erklärung den Bogen zwischen dem heiligen Brot aus der Liturgie und der Form der Fastenwähe, die, so erklärt der Forscher, au eine Doppelsechs und damit auf die Brezelform zurückzuführen sei. Das Wort „Wähe“ sei ein Synonym für flaches Gebäck und erstmals in Dokumenten aus dem frühen 16. Jahrhundert belegt. Die verfremdete Brezel erklört sich Dr. Max Währen mit dem Bildersturm der Reformation in Basel und der althergebrachten katholischen Symbolik.
Zur selben Zeit wie die Fastenwähe würden früher auch andere beliebte und heute noch bekannte Gebäcke gereicht. Die Beziehung zwischen den bevorstehenden Tagen des Fasten und der Fas(t)nacht ist offenbar. Die Fastenzeit dauert 40 Tage, beginnt am Aschermittwoch und endet an Ostern. Die Fastenwähe wird zwischen Januar und Ostern angeboten und ist äusserst beliebt.
Gerade nach den süssen Weihnachtstagen kommt die Fastenwähe vielen Leuten wie gewünscht. Am besten ist die Fastenwähe mit Tee oder Kaffee. Der Kümmel als Dekoration auf der Fastenwähe sei auch ein Überbleibsel aus vergangener Zeit, erklärt Dr. Max Währen. „Der Hunger nach Gewürzen war im Mittelalter sehr gross. In diesem Zusammenhang muss auch der Kümmel gesehen werden“.
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